Zombie-Haltbarkeitsdauer

Wie verhält es sich eigentlich mit der Haltbarkeitsdauer eines Zombies? Kann er ewig „überleben“ oder erlischt sein Leben eines Tages wie das Licht einer Kerze? Diese Frage beschäftigt mich schon etwas länger.

Manche Filme oder Serien erwecken den Eindruck, dass Zombies ewig leben. Aber kann das wirklich sein? Totes Fleisch vergammelt doch schließlich nach einer gewissen Zeit, zerfällt oder wird von Maden und Würmern gefressen. Und ein Zombie – nun ja – er ist nun einmal totes Fleisch.

Lange haben wir überlegt, ob wir einen Verwesungstest durchführen, um euch in diesem Blog den Fortschritt vergammelten Fleisches und somit eine ungefähre Haltbarkeit eines Zombies zu präsentieren. Aber da das unter Garantie eine ziemlich eklige Angelegenheit geworden wäre und wir keinen Stress mit der Ehefrau oder den Nachbarn wollen, lassen wir es besser. Ersteinmal zumindest …

Allerdings gibt es in der Forschung tatsächlich eine Art von Verwesungstest. Diese beschäftigen sich zwar nicht mit Zombies, sondern mit richtigen Leichen. Diese Verwesungstests auf sogenannten Body Farms durchgeführt.

Als Body Farm wird ein Gelände bezeichnet, auf dem wissenschaftliche Studien zu postmortalen Veränderungen an Menschen an freier Luft erfolgen können. Anders ausgedrückt: Hier kann der Verwesungsprozess von Leichen beobachtet werden. Ein Verwesungstest im großen Stil also. Bislang gibt es weltweit nur vier dieser Einrichtungen. Alle befinden sich auf der anderen Seite des großen Ozeans, nämlich in den Vereinigten Staaten von Amerika. Eine fünfte Einrichtung ist allerdings in Indien geplant.

Nachfolgend stellen wir euch die Body Farmen einmal vor.

Die älteste Body Farm befindet sich auf einem 12.000 Quadratmeter großen Gelände mit dem Namen Anthropological Research Facility (ARF) und gehört zur Universität von Tennessee. Das bewaldete Grundstück liegt einige Kilometer vom Campus der Universität in Knoxville entfernt und wird vom Department of Anthropology betreut. Dies liegt daran, dass in Amerika Obduktionen von Fachärzten für Pathologie vorgenommen werden. Diese haben oftmals eine Zusatzausbildung in Rechtsmedizin. Die gut gesicherte Body Farm darf nur von Wissenschaftlern (hauptsächlich Anthropologen und Kriminologen) sowie von freiwilligen Körperspendern betreten werden.

Das Gelände war ursprünglich eine Mülldeponie und wurde 1971 von dem forensischen Anthropologen William M. Bass umfunktioniert. Bis 2006 war es das einzige Freiluft-Labor weltweit, auf dem Wissenschaftler den Zerfall menschlicher Leichen untersuchen konnten. Untersucht wurden unter anderem die Todesart, Alter, Geschlecht, Witterung oder die Verwesungsgeschwindigkeit. Zu Dokumentationszwecken werden die Leichen alle sechs Stunden von Digitalkameras fotografiert. Gleichzeitig werden die Randbedingungen, wie Lufttemperatur oder Luftfeuchtigkeit aufgezeichnet. Es werden auch Geruchsproben entnommen und auf ihre Zusammensetzung hin analysiert. Entomologen untersuchen zusätzlich noch die Besiedelung der Leichen durch Insekten.

Das FBI nutzt das Gelände ebenfalls, damit dort die Special Agents eine Grundausbildung in forensischer Entomolgie absolvieren können. Diese fand ursprünglich an der FBI-Akademie in Quantico, Virginia statt, wurde aber Opfer einer Budgetkürzung.

Auf der Body Farm liegen stets rund 40 Leichen in unterschiedlichen Verwesungsstadien. Trotz beschränkter Bedingungen (u. a. keine ansteckenden Krankheiten), übersteigt die Anzahl an Körperspenden den jährlichen Bedarf der Fakultät. Vollständig verweste Leichen werden im Rahmen einer einmal jährlich stattfindenden Clean Up Party vom Gelände entfernt. Diese werden je nach dem letzten Willen entweder bestattet oder der weltweit umfangreichsten Skelettsammlung, der William M. Bass Donated Skeletal Collection hinzugefügt.

Die zweite Body Farm an der Western Carolina University in Cullowhee (North Carolina) wurde 2006 eingerichtet. Auch hier finden wissenschaftliche Studien über Verwesungsprozesse statt. Diese Body Form dient aber noch einem anderen Zweck: Der Ausbildung von Leichenspürhunden.

An der Texas State University befindet sich die dritte Body Farm. Der Bau der Farm sollte verhindert werden, da Ortsansässige und die Verantwortlichen des San Marcos Municipal Airport wegen der über den Leichen kreisenden Aasgeier beunruhigt waren. Die Farm wurde aber trotzdem gebaut und ist heute voll funktionstüchtig.

An der Sam Houston State University befindet sich die vierte und letzte Body Farm mit dem wohlklingenden Namen Southeast Texas Applied Foresic Sciene Facility, kurz STAIFS genannt. Diese Body Farm ist eine hochmoderne Forschungs- und Trainingseinrichtung, dessen Hauptaugenmerk auf der Anwendung forensischen Wissens auf menschlichen Körpern liegt. Außerdem werden hier Studenten, Gesetzeshüter, Akademiker und forensische Spezialisten trainiert.

Die Body Farm umfasst ein 247 Hektar großes Stück Land, das an den Sam Houston National Forest grenzt und sogar ein Flussgebiet bereitstellt. Auf dem Gelände sind u. a. eine Outdoor Forschungseinrichtung eingerichtet, sowie ein forensischer Trainingsbereich, wo z. B. Such- und Erhaltungsmanöver durchgeführt werden können.

Im Außenbereich sind Web Cams installiert, die die Zeitspanne verschiedener Obduktionsaktivitäten aufzeichnen und diese an Computer senden. Ein Gebäude auf der Body Farm ist wie ein Leichenschauhaus ausgestattet. Kühl- und Gefrierhäuser, eine moderne Leichenhallen-Ausstattung sowie digitale Röntengeräte und Mikroskope finden darin Platz.

Nicht jeder ist für die Arbeit auf einer Body Farm geschaffen, da man permanent von Leichen sowie deren Verwesungsgeruch umgeben ist. Der Tod ist allgegenwärtig. Trotzdem sind Body Farmen ein wichtiger Bestandteil der Wissenschaft. Außerdem konnte dank ihnen auch schon so mancher Mordfall aufgeklärt werden.

Wer neugierig geworden ist und wissen möchte, wie es auf einer Body Farm aussieht, kann sich mit dem folgenden Video (englisch) einen kleinen Überblick verschaffen.

Natürlich kann man nicht sagen, ob die Ergebnisse der Verwesungsteste auch auf Zombies zutrifft, aber ist dem der Fall, weiß man zumindest, wie lange man sich ungefähr mit den Biestern auseinandersetzen muss.

 

Zombie-Alarm schlägt bei Stromausfall an

Bitte was? Ja, richtig gelesen. Ein Zombie-Alarm schlug kürzlich bei einem Stromausfall im US-Bundesstaat Florida an.

Eine Warnung vor Zombies sorgte während eines Stromausfalles in Lake Worth für Gänsehaut. Nachdem der Strom ausfiel, erhielten die Einwohner eine Mitteilung der Stadtverwaltung auf ihrem Smartphone, die vor „extremer Zombie-Aktivität“ warnte. Das berichtet zumindest die lokale Tagesszeitung „Palm Beach Post“.

Die mysteriöse Mitteilung lautete wie folgt:

„POWER OUTAGE AND ZOMBIE ALERT FOR RESIDENTS OF LAKE WORTH AND TERMINUS. THERE ARE NOW FAR LESS THAN SEVEN THOUSEND THREE HUNDRED AND EIGHTY CUSTOMERS INVOLVED DUE TO EXTREME ZOMBIE ACTIVITY. RESTORATION TIME UNCERTAIN.“

„Stromausfall und Zombie-Alarm für Einwohner von Lake Worth und Terminus. Aktuell sind weniger als 7.380 Kunden aufgrund extremer Zombieaktivität betroffen. Die notwendige Wiederherstellung ist unklar.“

Die Mitteilung über das Notfallwarnsystem der Stadt kam offenbar um 02:00 Uhr morgens. „Ich will unterstreichen, dass Lake Worth keinerlei Zombie-Aktivitäten aufweist und entschuldige mich für die Nachricht.“, teilte ein Sprecher des „Palm Beach Post“ mit.

Wer für die Zombie-Warnung verantwortlich ist, konnte bislang nicht geklärt werden. Einigen Bewohnern von Lake Worth kam die Mitteilung jedoch bekannt vor, da sie diese bereits im September 2017 während des Hurrikans Irma erhalten hatten.

Der Stadt Sprecher Ben Kerr erklärte, dass das Notrufsystem von Lake Worth Tausende von vorformulierten Warnmeldungen enthalte. „Anscheinend dachte jemand, es wäre lustig, ein paar Zombie-Nachrichten drin zu haben.“, vermutete er gegenüber dem „Palm Beach Post.

Zwar wurden die Zombie-Meldungen nach Hurrikan Irma aus dem System gelöscht, aber einige haben anscheinend „überlebt.“ Jedoch ist eines ziemlich sicher: Der in der Mitteilung genannte Ort Terminus ist eine Anspielung auf die erfolgreiche US-Serie „The Walking Dead.“ Von daher kann eigentlich nur ein Fan der Serie hinter dieser mysteriösen Warnung stecken.

Nun heißt es abwarten, ob beim nächsten Extremfall wieder vor Zombies gewarnt wird.

Apotheker vs. Zombies

30 Studenten der Virginia Commonwealth University School of Pharmacy (VCU) müssen sich vorgekommen sein, wie in der beliebten US-Serie „The Walking Dead“, weil sie sich plötzlich mit Zombies herumschlagen mussten. Zum Glück waren es keine echten. Der Grund aber, warum die angehenden Apotheker plötzlich Zombies ausgesetzt waren, klingt einleuchtend. Sie sollten an der VCU die Arbeit unter extremen Bedingungen trainieren. Und dies auch noch mit wenigen zur Verfügung stehenden Mitteln.

Die Pharmazie-Fakultät der VCU hat sich ein „Zombie Apocalypse Lab“ einfallen lassen, damit die Studenten die Arbeit unter extremen Bedingungen trainieren. Initiatoren des „Zombie Apocalyspe Lab“ sind die Dr. Lauren Caldas und Dr. Abigale Matuelwicz. Beide sind große Fans der weltweit erfolgreichen Serie „The Walking Dead“, deren Anhänger gespannt auf die im Herbst anlaufende neunte Staffel warten.

Das „Zombie Apocalypse Lab“ wurde für die Dauer von zwei Wochen angesetzt. In dieser Zeit sollten die Studenten herausfinden, wie sie sich während Naturkatastrophen, Stromausfällen oder anderen Extremsituationen zurechtfinden können. In der ersten Woche galt es noch praktische Übungen zu absolvieren, wie z. B. antiseptische und entzündungshemmende Substanzen aus Pflanzen extrahieren.

In der zweiten Woche fielen dann die Zombies ein. Dargestellt wurden sie von Kommilitonen aus dem vierten Ausbildungsjahr. „Statt die Studenten in eine Situation zu versetzen, die ihnen tatsächlich passieren könnte, dachten wir, dass wir ihnen dieselben Dinge auch auf eine unterhaltsame Weise beibringen können.“, so Dr. Caldas.

Für die „Behandlung“ der Untoten standen den Studenten nur beschränkte Mittel wie Plastikbesteck und Wasserflaschen zur Verfügung. Da es sehr wahrscheinlich während einer echten Zombie-Apokalypse keinen Strom oder fließendes Wasser geben würde, mussten die Studenten während ihrer zweiwöchigen „Extremlabor-Zeit“ ebenfalls darauf verzichten.

Um das Ganze auch schön real gestalten zu können, gab die Fakultät 400 US-Dollar zum „Zombie Apocalypse Lab“ dazu. Die Ausstattung des Übungsraumes wurde dem Thema angemessen ausgestattet. Der Raum wurde u. a. in rotes Licht getaucht, graue Stofffetzen hingen von der Decke und auf einer Leinwand wurde eine gruselige Hand projiziert.

Die künftigen Apotheker hätten das „Zombie Apocalypse Lab“ geliebt und Einsatz weit über die ursprünglichen Anforderungen gezeigt, erzählte Dr. Caldas freudig. „Sie gingen sehr erfinderisch mit den wenigen Mitteln um, die ihnen zur Verfügung standen.“ Sogar ein Mundwasser mit Kirschgeschmack hätten sie erfunden, berichtete Dr. Caldas stolz.

Und damit alles für die Nachwelt erhalten bleibt, wurde jeder Handgriff von den Studenten fleißig dokumentiert. U. a. wurden die Etiketten für die hergestellten Mittel mit der Hand angefertigt und aufgeklebt.

Die Initiatoren sowie die Studenten, dass das „Zombie Apocalypse Lab“ im nächsten Jahr eine Fortsetzung findet.

Wir dürfen gespannt sein.