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CDC – Preparedness 101: Zombie Apocalypse

 

Vorbemerkung:

 Die Centers for Disease Control and Prevention (im weiteren mit CDC abgekürzt) sind eine 1946 gegründete Behörde der Vereinigten Staaten mit Sitz in Druid Hills, Georgia (nahe Atlanta). Sie sind dem Gesundheitsministerium der Vereinigten Staaten unterstellt und dienen dem Schutz der öffentlichen Gesundheit. Ein wichtiges Aufgabengebiet der CDC sind Infektionskrankheiten (analog zum Robert-Koch-Institut in Deutschland, jedoch weitergehende Befugnisse). Weiter kümmert man sich bei den CDC um die allgemeine Prävention von Krankheiten, den Schutz vor umweltbedingten Krankheiten, den Arbeitsschutz, die Gesundheitsförderung und -aufklärung. 
Im Jahr 2011 haben die CDC auf ihrer Internetpräsenz einen eigenen Blog-Bereich zum Thema Zombies und der Vorbereitung auf die Zombie Apocalypse eingerichtet. Kurz darauf erregten die CDC auch noch große Aufmerksamkeit mit einem Comic, das sich dem Thema Zombie Pandemie widmete. (Download unter http://wwwn.cdc.gov/pubs/phpr.aspx oder - .pdf-Reader/-Plugin vorausgesetzt - direkt anschauen unter http://www.cdc.gov/phpr/_media/cymkPrint/11_225700_A_Zombie_Final.pdf). 
Durch die Veröffentlichungen der CDC sind auch wir hauptsächlich auf die Verbindung der Zombie Apocalypse mit dem Thema Krisenvorsorge aufmerksam geworden. Daher wollten wir euch den Lead-Text nicht vorenthalten und haben ihn für euch übersetzt.

Das 1×1 der Vorbereitung: Zombie Apocalypse (von Ali S. Khan)

(frei übersetzt nach http://blogs.cdc.gov/publichealthmatters/2011/05/preparedness-101-zombie-apocalypse/)

Es gibt alle möglichen Arten von Notfällen, auf die wir uns vorbereiten können. Nehmen wir zum Beispiel die Zombie Apocalypse. Ganz genau, ich sagte Z-o-m-b-i-e A-p-o-c-a-l-y-p-s-e! Ihr mögt nun noch lachen, aber wenn es passiert, werdet ihr froh sein das hier gelesen zu haben – und hey: vielleicht lernt ihr auch ein oder zwei Dinge, wie ihr euch auf einen echten Notfall vorbereiten könnt.

Eine kurze Geschichte der Zombies

Wir alle haben mindestens einen Film über die fleischfressenden Zombies gesehen (mein Favorit ist Resident Evil), aber woher kommen Zombies und warum lieben sie es, Gehirne zu verschlingen? Das Wort “Zombie” stammt aus dem Sprachgebrauch der Voodoo-Kulte mit ihren Wurzeln in Haiti und New Orleans. Auch wenn sich die Begriffsbedeutung in den letzten Jahren gewandelt haben mag, bezieht er sich grundsätzlich auf einen menschlichen Körper, der auf mysteriöse Weise wiederbelebt wurde um den Untoten zu dienen. Durch den Einfluss alter Voodoo und Folklore-Traditionen entstanden dann nach und nach Filme und Serien über Zombies, wie zuletzt The Walking Dead.

In Filmen, Serien und der Literatur “entstehen” die Zombies durch ein ansteckendes Virus, das durch Bisse und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und somit schnell verbreitet wird. Der Psychiater und Harvard-Dozent Steven Schlozman verfasste eine (fiktive) medizinische Studie zu den Zombies in Night of the Living Dead und bezieht sich darin auf den Zombie-Zustand als “Ataxic Neurodegenerative Satiety Deficiency Syndrome (ANSDS*)”, das durch einen ansteckenden Erreger verursacht wird.

Der Zombie Survival Guide sieht die Ursache der Zombies in einem Virus namens Solanum. In anderen Filmen wurden auch die Strahlung aus einer zerstörten NASA-Venus-Sonde (wie in Night of the Living Dead) oder Mutationen von bestehenden Erkrankungen wie Prionen, Rinderwahnsinn, Masern und Tollwut als Ursache des Zombie Outbreaks gezeigt.

Die massiv gestiegene Popularität von Zombies in der Popkultur hat dem Glauben an die Idee, dass eine Zombie Apocalypse tatsächlich passieren kann, mehr und mehr Nahrung gegeben. In solch einem Szenario würden Zombies ganze Länder übernehmen, in deren Straßen sie dann in Massen herumirren und alles Lebendige fressen, das ihren Weg kreuzt. Die Verbreitung dieser Idee hat viele Leute dazu gebracht sich mit der Frage “Wie bereite ich mich auf die Zombie Apocalypse vor?” zu beschäftigen.

Nun – wir sind hier, um euch diese Frage zu beantworten und können euch darüberhinaus hoffentlich auch ein paar gute Tipps geben, wie ihr euch für andere reale Notfälle vorbereiten könnt.

Sicher ist sicher

Also was solltet ihr tun, bevor Zombies…oder beispielsweise ein Hurricane oder eine Pandemie tatsächlich passieren?
Zuallererst solltet ihr ein Notfall-Kit im Haus haben. Dazu gehören Dinge wie Wasser, Nahrung und anderen Hilfsgüter, die euch durch die ersten paar Tage bringen, bevor ihr ein zombie-freies Flüchtlingslager oder Versteck finden könnt (oder im Falle einer Naturkatastrophe erkauft ihr euch damit einige Zeit, bis ihr in der Lage seid, eine Evakuierungszone oder einen Schutzraum zu erreichen oder bis externe Hilfe eintrifft).

Hier sind ein paar Artikel aufgelistet, die ihr in eurem Kit unbedingt haben solltet:

  • Wasser (1 Gallone pro Person und Tag)
  • Nahrung (legt einen Vorrat unverderblicher Lebensmittel an, die ihr auch sonst regelmäßig esst)
  • Medikamente (verschreibungspflichtige und nicht verschreibungspflichtige Medikamente)
  • Werkzeuge und Hilfsmittel (Messer, Klebeband, batteriebetriebenes Radio etc.)
  • Reinigung und Hygiene (Bleiche, Seife, Handtücher, etc.)
  • Kleidung und Bettwäsche (Wechselkleidung für jedes Familienmitglied und Decken)
  • Wichtige Dokumente (Kopien von Führerschein, Reisepass, Geburtsurkunde, um nur ein paar zu nennen)
  • Erste-Hilfe-Ausstattung (auch wenn ihr natürlich weg vom Fenster seid, wenn ein Zombie euch gebissen hat: hiermit könnt ihr Schnitte und Verletzungen behandeln, die ihr euch während eines Tornados oder einer anderen Katastrophe zugezogen habt)

Dies sind nur die grundlegenden Dinge – eine vollständige Liste findet ihr auf der CDC Seite. (Anmerkung der Redaktion: Am Besten macht euch eure eigene, ganz persönliche Liste.)

Wenn ihr euer Notfall-Kit zusammengestellt habt, solltet ihr euch mit eurer Familie (oder euren Mitbewohnern, Freunden, Nachbarn) zusammensetzen und einen Notall-Plan erstellen.
In diesem Plan sollte festgehalten werden, wo man hingehen will und wen man anruft, wenn plötzlich Zombies vor der eigenen Tür stehen. Natürlich lässt sich dieser Notfall-Plan auch dann einsetzen, wenn es zu einer Flut, einem Erdbeben oder zu einem anderweitigen Notfall kommen sollte.

1.

Schreibt auf, welche Arten von Notfällen oder Katastrophen in eurer Nähe möglich sind. Neben der Zombie Apocalypse können es Überschwemmungen, Tornados, Erdbeben oder andere Phänomene sein. Wenn ihr euch nicht sicher seid, informiert euch beim örtlichen Deutschen Roten Kreuz [Anmerkung der Redaktion: in Deutschland eher auf der Homepage des BBK unter http://www.bbk.bund.de/DE/Home/home_node.html].

2.

Wählt einen Treffpunkt, an dem ihr euch mit eurer Familie trefft, wenn Zombies in euer Haus einfallen…oder eure Stadt wegen eines Wirbelsturms evakuiert wird. Legt einen Treffpunkt in direkter Nachbarschaft für plötzliche Notfälle fest und einen weiteren außerhalb der Stadt – für den Fall, dass ihr nicht sofort nach Hause zurückkehren könnt.

3.

Identifiziert eure Notfall-Kontakte. Macht eine Liste der lokalen Kontakte wie Polizei, Feuerwehr oder das lokale “Zombie Response Team”. Legt ebenso einen Kontakt außerhalb des Landes fest, den ihr im Notfall anrufen könnt, um den Rest eurer Familie und Freunde wissen zu lassen, dass bei euch alles in Ordnung ist.

4.

Plant eure Fluchtroute. Wenn Zombies hungrig sind, hören sie nicht auf bis sie Nahrung (d.h. Gehirn) erhalten. Das bedeutet, ihr müsst schnell aus der Stadt verschwinden! Plant wohin ihr geht und legt vorzeitig mehrere unterschiedliche Routen fest, damit die Fleischfresser keine Chance haben! Dies ist natürlich auch hilfreich bei Naturkatastrophen – wenn es heißt, schnell Schutz außerhalb zu suchen.

*ANSDS=neurologische Dysfunktion, bei der durch einen verkümmerten Frontal-Lappen im Gehirn und Störungen der Amygdala, der Basalganglien und des ventromedialen Hypothalamus zu den zombietypischen Verhaltensmustern kommt: Hyper-aggressives, nur von Basis-Emotionen getriebenes Verhalten, unkontrollierte und ataktische Bewegungsabläufe sowie ein unstillbarer Hunger.

Die Planung für den Zombie Outbreak – Einbunkern oder Fliehen?

Zombie Save Bunker

Was ist richtig, wenn die Zombie Apocalypse ausbricht? Sich am Wohnort verbunkern (bunk in, bug in) oder lieber in die Isolation flüchten und dort verharren (bug out)?

Nun, am Besten ist es, wenn man auf beides vorbereitet ist. Es könnte durchaus vorkommen, dass man nach einiger Zeit das bis dahin noch sichere Zuhause verlassen muss. Wer sich vorbereitet und seinen “Fluchtrucksack” dementsprechend zusammenstellt, ist für die Zombie Apocalypse (oder jede andere Katastrophe) gewappnet.

Sind wir mal ehrlich: angenommen, es würde in unserem Haus brennen und wir hätten nur wenige Augenblicke, um noch sicher rauszukommen? Wieviel würden wir schnell noch mitnehmen können in wenigen Sekunden? Vermutlich würden die meisten es im Optimalfall gerade noch schaffen, einige Wertgegenstände und Dokumente zu retten. Spielt man diesen Gedanken durch, realisiert man erst, wie unvorbereitet wir auf solche unerwarteten Ereignisse sind. Im Fall der Zombie Apocalypse haben wir im besten Fall etwas mehr (man erfährt davon aus den Medien) oder sehr wenig Zeit (die Untoten “klopfen” bereits an unsere Tür). Sollte man erst dann beginnen, sich Gedanken und Pläne zu machen, was zu tun ist, könnte es zu spät sein. Dann passiert es bereits und die Zeit läuft ab. Der Fluchtrucksack beinhaltet alle wichtigen Dinge zum Überleben und soll uns diese mit einem Handgriff in kurzer Zeit zugänglich machen. Ob man nun an eine Zombie Apocalypse oder andere Katastrophen glaubt oder nicht – es schadet nie, auf das Schlimmste vorbereitet zu sein. Es hilft beim Überleben von Zombies, Naturkatastrophen und allen anderen unerwarteten Gefahren.

Während die Planung für das “bunk in” sich mehr oder weniger auf Vorratshaltung für Essen und Trinken sowie Schutz und Verteidigung des jetzigen Standorts fokussiert, kommen bei der “bug out”-Planung noch Fragen wie “welches Transportmittels wähle ich?”, “wo ist mein sicherer Zielort?”, “reise ich allein oder in Gruppe?” und “wie versorge und schütze ich mich am Zielort?” hinzu. Keine schlechte Idee, sich einen Stift und ein Blatt Papier zu nehmen und erstmal ein Brainstorming mit Ideen zu beiden Szenarien zu machen. Hierbei sollte wirklich alles aufgeschrieben werden, was einem dazu in den Sinn kommt. Später bringt man diese Ideen zusammen und erstellt sich so nach und nach den eigenen Plan.

Bunk inZombie Save Bunker

Das erste, woran man denkt ist die Verpflegung. Wenn auch sonst nichts, so sollte zumindest ein ausreichender Vorrat an Lebensmitteln in jedem Haushalt vorhanden sein, um die erste Zeit (Empfehlung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, BBK: für mindestens 14 Tage) überstehen zu können, wenn die Versorgung aus dem Handel aus unerwarteter Ursache mal nicht mehr funktionieren sollte. Dies kann lokal oder regional schon sehr bei starken Schneefällen, Stürmen oder Überflutungen auftreten und ist daher nicht so unwahrscheinlich, wie man vielleicht denkt. Mit steigender Komplexität von Systemen wächst leider auch deren Störanfälligkeit.

Der Platz, an dem die Vorräte aufbewahrt werden sollen, will auch gut gewählt sein. Sicher, gut erreichbar und groß genug muss er sein. Denkt man an die Haltbarkeit von Lebensmitteln, wären auch “trocken” und “dunkel” noch weitere gute Merkmale. Dies könnte ein Kellerraum oder ein Dachboden im Haus sein, der nicht von außen zugänglich ist und keine Fenster hat. Oder ein nicht genutzter Raum in der Wohnung selbst. Für die Größe des Raums muss berücksichtigt werden, welche Vorräte in welcher Menge eingelagert werden sollen. Die Vorräte sollten ohne Kühlung lang haltbar sein, wie etwa Konserven, Hülsenfrüchte oder getrocknetes Obst und Gemüse. Eventuell ist dies auch mal ein Grund, Großmutters Einwecktechnik mal wieder zu neuer Ehre zu verhelfen? 😉
Wieviel man tatsächlich für wie lange vorhalten will, ist jedem selbst überlassen und natürlich auch abhängig von der Anzahl der Personen – wir empfehlen jedoch mindestens die vom BBK empfohlenen 2 Wochen als Ausgangsgröße zu nehmen. Mehr ist natürlich besser, aber überhaupt erstmal anzufangen ist noch viel wichtiger. Beim Wasser sei noch angemerkt, dass nicht nur der Flüssigkeitshaushalt aller Personen damit gedeckt sein muss, sondern auch noch die Mengen für das Kochen, Zähneputzen, Waschen von Kleidungsstücken und die Körperhygiene berücksichtigt werden sollten. Auch viele andere Dinge sollten für die bunk-in Planung berücksichtigt werden:

  • Ausreichend warme Kleidung und (Woll)Decken – falls nicht ausreichend geheizt werden kann
  • Lichtquellen wie Petroleumlampen,Kerzen oder Teelichter – bei Stromausfall nachts sonst absolute Dunkelheit
  • Feuerquellen wie Feuerzeug, Streichhölzer oder Fire Starter
  • Toilettenpapier, Desinfektionsmittel, Bleichmittel, Seife, Müllbeutel
  • Einwegteller und Besteck (nicht umweltfreundlich jetzt aber wassersparend dann)
  • Panzerband
  • Erste-Hilfe-Set
  • Tragbares Radio (batteriebetrieben oder mit Kurbelantrieb)
  • Taschenlampe, möglichst mit Signalleuchten- / Blitzlicht-Funktion
  • Batterien in ausreichender Anzahl (auf Haltbarkeit achten)
  • Esbit-Kocher, Hobo oder andere Möglichkeit, Essen stromlos zuzubereiten

Damit haben wir für das persönliche Wohlbefinden schonmal eine gute Grundlage geschaffen. Hat man ein eigenes Grundstück mit Garten sollte geprüft werden, ob sich ein Bereich des Gartens finden lässt, welchen man gut absichern und erreichen kann. Auch das sollte mit in die Planung.  Dort könnte dann ein Selbstversorgergarten mit Gemüse, Früchten und Kräutern geschaffen werden. Zieht man dies in Erwägung, sollte man sich soviel Wissen wie möglich über den Anbau von (heimischen) Nutzpflanzen aneignen, sofern man den grünen Daumen nicht ohnehin schon in die Wiege gelegt bekam. Auch ein Vorrat an entsprechenden Sämereien ist dann wichtig. Hat man all diese Möglichkeiten, sollte man schnellstmöglich damit anfangen. Selbstangebautes Gemüse oder Obst macht auch jetzt schon Sinn, man denke zum Beispiel nur an die Pestizide, mit denen viele Feldfrüchte aus der Agrarindustrie heute belastet sind. Man tut etwas für die Gesundheit und genießt seine eigene Ernte. In der Zombie Apocalypse wird ein solcher Selbstversorgergarten sehr wertvoll sein. Wenn man sich zuhause “einbunkert” und sich auf die vorab angelegten Vorräte an Nahrung und Wasser verlässt, sollte man daran denken die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme auf das Nötige zu beschränken (natürlich ohne Hunger und Dehydrierung, Grundumsatz ca. 2200 Kalorien und 2,5-3 Liter Wasser pro Tag sollten es schon sein) und salzige Nahrung zu meiden, falls die Wasserreserven knapp werden.

Wenn man die Möglichkeiten hat, Wasser zu sammeln (Regenwasser, Grundwasser, Quelle/Bach) und zu lagern, sollte auch die entsprechende Möglichkeit zur Reinigung und Haltbarmachung des Wassers vorhanden sein. Man weiß nie, was sich in der Apocalypse so alles im Wasser befindet – nicht nur ein eventueller Zombie Virus, der für den ganzen Horror verantwortlich ist, sondern auch vermehrt Abfälle von Menschen und der Industrie. Schon heutzutage ist Wasser aus kaum einem Fluss noch risikolos trinkbar wegen der Bakterien, Viren, Schwermetalle etc., die aus der Natur, Industrie und Landwirtschaft stammen. Wie mag dann wohl die Wasserqualität aussehen, wenn die Kreisläufe nicht mehr funktionieren und große Industrieanlagen verlassen sind?

Nach der Planung für Nahrung und Wasser gilt es, den nächsten großen Punkt anzugehen: die persönliche Sicherheit. In Deutschland ist der Besitz von Schusswaffen nur mit einer Waffenbesitzkarte oder einem Waffenschein erlaubt. Das ist für den Fall einer Zombie Apocalypse ein klarer Standortnachteil. Glücklich können sich dann alle derart Berechtigten (i.d.R. Polizisten, Jäger, Sportschützen) schätzen. Allen anderen bleiben die aktuell frei verkäuflichen Waffen. Je mehr Waffen man in Friedenszeiten legal besitzt, desto sicherer wird man in der Zombie Apocalypse sein. Welche Art von Waffen man für die Selbstverteidigung bevorzugt, hängt vom persönlichen Geschmack ab. Manche Leute bevorzugen Bögen und Armbrüste, andere wiederum Klingen oder Baseball-Schläger. Auch wenn Max Brooks´ Zombie Survival Guide als amüsante Science Fiction geschrieben wurde, enthält er einge brauchbare Tipps zur Bewaffnung. Ebenso gibt es einige gute Fachbücher zu bestimmten Waffen und -techniken, die die Wahl der richtigen Waffe und das Training damit aufgreifen.

Letztendlich kommt es immer darauf an, was einem ein gutes Sicherheitsgefühl gibt und an was man legal rankommt. Schusswaffen mögen ja gut für den Distanzangriff sein und auch tödlicher als andere, könnten dafür aber aufgrund des Lärms weitere Zombies anziehen. Nahkampfwaffen sind riskanter, man könnte aber darüber nachdenken, eine Kampfsportart wie Kickboxen oder Krav Maga zu lernen. Schulen und Kurse dazu lassen sich im Internet schnell finden. Ganz nebenbei tut man damit auch jetzt schon etwas für die Fitness und die Reflexe und kann so besser vor den stöhnenden Horden weglaufen. Zitat aus Max Brooks´ Zombie Survival Guide: “Hand-to-hand combat should almost always be avoided… however, it may be necessary to destroy a zombie at close quarters. When this happens, split-second timing is critical” (Brooks, 31). Die persönliche Fitness kann entscheidend werden, wenn es gilt Angriffe abzuwehren und zu überleben. Man sollte auch immer im Hinterkopf behalten, dass man irgendwann auch in die Situation kommen kann, andere (lebende) Wesen abwehren zu müssen (Plünderungen). Wenn Terror und Panik einsetzten, können Menschen zu bösartigen Tieren werden. Lasst sie euch nicht überwältigen. Eure Fitness und eure Körperbeherrschung werden euch die Oberhand behalten lassen.

Hat man den Punkt persönliche Sicherheit für sich soweit entschieden, geht es darum, wie das Zuhause abgesichert wird. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die von der Art des Gebäudes anhängen, in dem man lebt. Ist man Mieter in einer Wohnung, wird man nicht so viele Möglichkeiten haben wie im eigenen Häuschen. Aber keine Angst, jedes Zuhause kann befestigt und gesichert werden. Es kommt nur auf eine intelligente Planung an. Am wichtigsten sind Barrikaden. Es gibt Unmengen an Materialien, die sich dafür verwenden lassen: Waschbetonblöcke, Sandsäcke, Holz, Autoreifen, Zäune und Ziegelsteine. Nehmt alles, was ihr bekommen könnt. Damit baut ihr die erste Verteidigungslinie rund um euer Areal. Stapelt Sandsäcke oder baut Mauern und Zäune, hauptsache die Außenhaut ist fest verbarrikadiert. Wenn möglich, baut mehrere Verteidigungsringe auf. Je mehr Hindernisse ihr gegen die Horden baut, desto weniger Zombies werden es tatsächlich reinschaffen. Hoffentlich kein einziger… Je mehr man jetzt schon vorbereiten kann, desto besser. Aber für den Moment reicht es auch, sich zumindest schonmal einen Plan auf dem Papier dazu zu machen, schließlich wollen wir unsere Nachbarn nicht beunruhigen.

Ein kleines Lager mit geeigneten Materialien anzulegen, wäre aber nicht verkehrt. Für das eigentliche Errichten der Barrikaden sollte man noch ausreichend Zeit haben, wenn man erfährt, dass der Tag Z gekommen ist. In der Wohnung oder dem Haus sollte man ausreichend Mobiliar und Materialien haben, um Fenster und Türen versperren zu können. Ein Hammer und eine Menge Nägel sollten auch vorhanden sein. Auch wenn wir uns nun Gedanken und Notizen zu Haus und Hof gemacht haben, ist unser Sicherheitskonzept noch nicht abgeschlossen. Sowohl Zombies als auch Mitmenschen werden versuchen, in euer Zuhause einzudringen. Für die höchstmögliche Sicherheit ist das Einrichten von Wach- und Beobachtungsposten erforderlich, die permanent ein Auge auf Umgebung haben. Deshalb der Appell: tut euch mit Freunden, Familienmitgliedern oder Nachbarn zusammen. Das macht es um Längen leichter. Allein lässt sich das nicht bewerkstelligen. Überlegt euch, wen ihr im Fall der Fälle dabeihaben wollt und stellt einen entsprechenden “Schichtplan” für die Posten auf. Macht euch auch Gedanken zur Positionierung von solchen Posten (wo hätten sie den besten Blickwinkel auf neuralgische Punkte?). In den westlichen Industriestaaten haben wir uns mittlerweile an viele nette Sachen gewöhnt, die sich mehr oder weniger erledigt haben, sobald Zombies fressend durch die Städte ziehen. Bei unseren Planungen sollte dies nicht vergessen werden. Mobiltelefone und Computer werden nicht mehr so nützlich sein, wenn es keinen Strom mehr gibt, daher sollte man für die Planung nicht auf sie zählen.

Die Planung für das “bunk in” umfasst je nach persönlicher Situation noch weitere spezielle Aspekte – gibt es Kinder oder pflegebedürftige Angehörige, auf deren besonderen Bedarf geachtet werden muss? Oder Haustiere? Jeder wird sich seinen ganz persönlichen Plan machen und es ist sinnvoll, sich viel Zeit dafür zu nehmen und ihn immer wieder weiterzuentwickeln. Alles sollte aber auch wirklich umsetzbar sein: wir wollen keine Luftschlösser bauen, sondern die Basis für das Überleben der Zombie Apocalypse!

Bug Out

Nun kommen wir zur Fluchtplanung. Diese wird einige Ähnlichkeiten zum Plan für das “bunk in” haben, speziell bezüglich der benötigten Vorräte und Ausrüstung sowie der Befestigung des sicheren Ortes, sobald man ihn erreicht hat. Hat man sich in der frühen Phase im eigenen Zuhause verschanzt, ist es anfangs vielleicht sicher. Aber das bedeutet nicht, dass es immer sicher bleiben wird. Bereitet frühzeitig einen Fluchtrucksack vor, dann seid ihr auf alles vorbereitet.

Der Fluchtrucksack

Fluchtrucksack
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Der Fluchtrucksack sollte alle wichtigen Utensilien zum Überleben enthalten und immer bereitstehen, damit ihr ihn schnell zu Hand habt, wenn die Zeit kommt. Wenn es soweit ist, muss es schnell gehen. Wenn Zombies auf den Strassen umherziehen, muss man nur den Fluchtrucksack schnappen und kann sofort los. Da man auf der Flucht schnell vorwärtskommen muss, sind Gewicht und Platz für den Fluchtrucksack beschränkt und daher sollten nur die allernotwendigsten Dinge darin enthalten sein. Was genau, ist wieder sehr stark von der persönlichen Planung abhängig. Dennoch gibt es einige Basics, die unerlässlich sind.

Zunächst haben wir wieder die Bewaffnung: mindestens eine Distanzwaffe (Bogen, Armbrust, Zwille, ggf. Schusswaffe) und eine Nahkampfwaffe (Machete, Beil, Tomahawk, Brecheisen) pro Person.

Nahrung und Wasser kommen gleich danach. Wie bei der “bunk in”-Planung gilt es hier, so viel mitzunehmen wie möglich. Wir müssen uns allerdings auf das beschränken, was das Gepäck und unsere Tragkraft zulassen. Besitzt man einen guten Trekking-Rucksack mit 50-90 Liter Volumen, kann man damit 15-25 kg Gewicht auch auf längeren Märschen problemlos tragen. Bedenkt immer, dass ihr das Gewicht einige Zeit mit euch rumschleppen müsst. Ein guter Rucksack ist da echt Gold wert. Er sollte doe Umleitung des Hauptteils der Last von den Schultern auf das Becken zur Entlastung der Wirbelsäule gewährleisten und einen steif-flexiblen Aufbau zur Gewährleistung des Tragekomforts beim Gehen haben. Lasst euch am Besten in einem Fachgeschäft beraten, welcher Rucksack zu eurem Körper passt. Packt eventuell noch ein paar extra Vitamine rein, um auch dann fit zu bleiben, wenn es für einen gewissen Zeitraum mal nur einseitige Ernährung gibt.

Auch ein paar Küchenutensilien wie Dosenöffner, Essbesteck (entweder klassisch: Messer, Gabel und Löffel oder Kombis wie Göffel/Spork oder Spife) sollten mit eingepackt werden. Ihr braucht auf jeden Fall etwas zum Feuermachen, damit man unterwegs Essen kochen kann. Einen FireStarter, Feuerzeuge/wasserfeste Streichhölzer solltet ihr also dabeihaben. Plant man, sich auch durch Jagen oder Fischen zu ernähren, sollte man auch an die entsprechenden Waffen (Speer, Bogen, Armbrust) oder Werkzeuge (Angel) denken. Eine gute Taschenlampe, Kerzen, Laternen (Petroleum, LED, Solar) oder Knicklichter für die Beleuchtung sind ebenso äußerst wertvoll. Auch die Bekleidung sollte gut ausgewählt sein, da man diese nicht wie sonst jeden Tag wechseln wird und nicht den kompletten Kleiderschrank einpacken kann. Nehmt Sachen, die guten Schutz für euren Körper bieten und packt noch ein paar Knieschoner (oder andere Protektoren), Handschuhe und Regenponchos dazu. Reist man mit mehreren Personen in der Gruppe, sollten auch Funkgeräte für die Kommunikation untereinander eingeplant werden. Artikel für die Körperhygiene sind unerlässlich. Überlegt, was ihr persönlich benötigt (auch Medikamente nicht vergessen, sofern ihr welche braucht). Jeder hat da seine speziellen Anforderungen. Nehmt alles mit, was ihr braucht, um gesund zu bleiben und euch wohlzufühlen. Das reicht von Zahnpasta und Zahnbürste, Duschgel oder Seife, Shampoo bis zu einem kleinen Taschenspiegel. Wählt das, was für euch persönlich essentiell erscheint. Besitzt ihr ein kleines Radio, packt es auch mit ein, damit ihr unterwegs den Kontakt zu den Resten der Zivilisation aufrecht erhalten könnt und informiert seid, was rund um euch vorgeht. Zusätzliche Batterien machen auch Sinn (evtl. hat man noch andere Kleingeräte eingeplant, die mit Batterie laufen?). Zu guter Letzt sollten auch noch wichtige persönliche Dokumente (Ausweis, Geburtsurkunde) bedacht werden.

Da man sich während der Flucht nicht viel auf öffentlichen Straßen aufhalten wollen wird, muss man sich auf das Überleben in der freien Natur einstellen. Denkt also daran, einen Kompass, ein Schweizer Armeemesser, Multitool o.ä., Zelt und Schlafsack, ein Erste-Hilfe-Notfallset und vor allem Panzerband (duct tape) einzupacken. Mit Panzerband lässt sich so gut wie alles reparieren. Man kann sich damit zur Not sogar improvisierte Waffen bauen.

Ihr merkt schon, da kommt so viel zusammen, dass es nicht alles in einen einzigen Fluchtrucksack passen wird. Man wird mehrere Behältnisse brauchen und manche Dinge direkt am Körper tragen. Plant daher auch das Gepäck selbst ausführlich (z.B. sogenannte “Molle”-Befestigungsösen am Rucksack sind sinnvoll) und macht euch Gedanken, was ihr eurer Fitness – auch auf einem längeren Fußmarsch – an Volumen und Gewicht zumuten wollt und könnt. Was auch immer an Gepäck für den Transport genutzt wird, sollte robust und langlebig sein. Auf der Flucht wertvolle Gegenstände zu verlieren, weil der Rucksack einen Riss bekommen hat, wollen wir schließlich nicht.

Optimal ist es natürlich, wenn das Fluchtgepäck jederzeit komplett fertig gepackt an einem Ort steht, an dem ihr es schnell greifen und dann euer Zuhause verlassen könnt. Wenn ihr einige Dinge aufgrund der aktuellen Nutzung im Alltag noch nicht mitreinpackt, solltet ihr wissen, wo diese in der Wohnung sind, damit ihr sie schnell greifen und einpacken könnt. Macht einfach mal einen Test. Was könnt ihr an wichtigen Dingen in 1-2 Minuten einpacken? Stoppt die Zeit und wertet hinterher aus, was euch fehlen würde. Der Fluchtrucksack will also gut geplant sein. Wenn die Zombie Apocalypse erstmal vor der Tür stattfindet, habt ihr eventuell nicht viel Zeit.

Steht nun die Planung für den Fluchtrucksack, kommt als Nächstes das Thema Fortbewegung. Das Auto (sofern man eins besitzt) erscheint da naheliegend, aber was macht man, wenn das Tankstellennetz schon nicht mehr funktioniert? Je nachdem, wann der Zeitpunkt zur Flucht eintritt, kann dies ein Problem werden, was man zumindest im Hinterkopf behalten sollte. Jedenfalls sollte man einplanen, dass man ein Auto irgendwann unterwegs aufgeben werden muss. Wer in einer Großstadt lebt, muss aber auch immer bedenken, dass Straßen verstopft und unpassierbar sein könnten. Dennoch ist das Auto mit entsprechenden Umständen eine Option, die auch zusätzlichen Raum für Vorräte, Gepäck und Ausrüstung bietet. Ein zusätzliches Fahrrad ist daher auch eine Überlegung wert: kraftstoffunabhängig, unauffällig, kommt auch auf unbefestigten, schmalen Wegen durch. Bietet dafür aber weniger Transportkapazität. Wer sich für das Fahrrad als geeignetes Vehikel entscheidet, sollte in seinem örtlichen Kleinanzeiger oder im Internet nach Lastenfahrrädern Ausschau halten – damit lassen sich je nach Modell bis zu 200 kg transportieren und gebraucht bekommmt man sie manchmal auch zu einem guten Preis. Es gibt auch interessante Projekte im Internet, die Anleitungen zum DIY-Nachbau für den handwerklich versierten Zombie Survivor kostenlos anbieten. 

Die Wahl des Transportmittels sollte immer anhand der persönlichen Situation erfolgen. Wohnt man auf dem Land oder in der Stadt? Wie weit wird man bis an den sicheren Ort reisen? Der Fluchtrucksack, den wir nun bereits geplant haben, sollte auf den Worst Case abgestimmt sein. Im Fall Fortbewegung heißt das: zu Fuß. Sollte eine bessere Möglichkeit zur Fortbewegung bestehen, offenbart dies eventuell Raum für Zusatzgepäck, was dann ebenfalls im Vorfeld geplant und bereitgestellt werden sollte. Es ist zumindest nicht falsch, sich hier auf mehrere Alternativen vorzubereiten – nur für den Fall…

Habt ihr euch für die Fortbewegung entschieden, überlegt ob ihr alleine oder mit anderen reisen werdet. Wenn man sich mit anderen zusammenschließt (was eine gute Idee ist), sollte man sich Gedanken darüber machen, wie man in Verbindung bleibt. Mit Mobiltelefonen (sofern das Netz noch funktioniert) oder Handfunkgeräten (Walkie-Talkies)? Sprecht einen gemeinsamen Treffpunkt ab. Spätestens an diesem Punkt sollte man sich schon für einen sicheren Ort entschieden haben, an den man gelangen will. Beschafft euch Kartenmaterial für den gesamten Weg dorthin und tragt eure geplante Route dort ein und ebenso (mindestens) eine Alternativroute für den Fall, dass auf Route 1 kein Durchkommen ist. Je nachdem, wie weit der sichere Ort entfernt ist, sollte man einmal dorthin fahren und sich die Gegebenheiten vor Ort im Vorfeld anschauen. Einige wenige haben eventuell sogar die Möglichkeit, im Vorfeld bereits Vorräte am sicheren Ort zu deponieren – zum Beispiel, weil die Familie ein Ferienhaus in einer einsamen Gegend besitzt, welches sich eignen würde. Das bietet dann wesentlich bessere Möglichkeiten und sollte genutzt werden, um die wichtigsten Dinge dort im Vorfeld einzulagern. Leider wird das nur auf wenige Leute zutreffen, wer aber solche Möglichkeiten hat: Glückwunsch!

Wie auch immer der sichere Ort in unserer Planung aussieht: man sollte sich überlegen, wie man ihn schnellstmöglich absichert und befestigt. Das Vorgehen ist hier ähnlich wie bei unserer “bunk in”-Planung. Stellt sicher, dass ihr und eure Ressourcen sicher sind, verbarrikadiert den Ort und bereitet eine Verteidigungsstrategie vor. Da am sicheren Ort nicht zwangsläufig alles Nötige an Material zum Verbarrikadieren zur Verfügung stehen wird, ist hier Kreativität gefragt. Macht euch daher schon im Vorfeld Gedanken darüber, was man hier nutzen könnte. Holzbestand – also ein Wald – in der Nähe und eine Axt zum Holzfällen kann schonmal nicht schaden. Auch in diesem Punkt kann eine vorherige Erkundung des Gebiets rund um den sicheren Ort helfen.

Sicher gibt es noch weitere Aspekte zu bedenken, die hier vorgestellten Ideen sollen nur als Grundgerüst dienen. Wichtig ist, dass wir auf beide Varianten – sowohl Einbunkern als auch Flucht – vorbereitet sind, wenn wir auf alle Eventualitäten optimal reagieren wollen. Aber bleibt in Sachen Planung bitte realistisch. Sicher wäre es toll, ein komplettes Waffenarsenal im Haus zu haben, wenn die Zombies an eurer Tür scharren oder sich in Fort Knox zu verstecken, aber wird das so sein? Wohl eher nicht. Arbeitet mit dem, was ihr habt und erweitert es durch zusätzliche Anschaffungen. Aber ruiniert euch nicht finanziell dabei. In eine hochwertige Machete zu investieren, ist sinnvoll – aber viel Geld für ein verziertes Katana auszugeben ist Schwachsinn. Funktionalität ist hier entscheidend. Schaut auch einfach mal in eure Garage, Keller, Dachboden. Oft stehen da Sachen seit Ewigkeiten unbenutzt run, die man verwerten kann.

Damit meine ich:

a) verkaufen und für das Geld noch fehlende Gegenstände entsprechend der “bunk in” und “bug out”-Planung anzuschaffen

oder

b) die Dinge für die Planung nutzbar zu machen

So könnte man darüber nachdenken, den alten Schrank von Oma, der schon seit Jahren Staub ansetzt, zu zerlegen und mit dem Holz einen Schutz für Fenster und Türen zu bauen, den man an Tag Z schnell montieren kann. Jemand in eurem Bekanntenkreis plant, demnächst endlich mal den Sperrmüll zu entsorgen? Schaut doch mal wieder auf ne Tasse Kaffee bei ihm vorbei und prüft, ob sich nicht etwas davon nutzen lässt.

Habt ihr nun eure Planung abgeschlossen, fangt an sie auch umzusetzen. Eignet euch benötigte Fertigkeiten an, lest Bücher und Tipps im Netz zum Thema Krisenvorsorge und Survival im Allgemeinen und zum Thema Zombie Apocalypse im Besonderen. Haltet euch körperlich fit. Man kann nie früh genug anfangen. Selbst wenn man nicht an die Zombie Apocalypse glaubt: eine sorgfältige Planung für Notfälle kann überlebenswichtig sein. Panik und Chaos können im Zweifelsfall schnell ausbrechen und eine gute Planung und Vorbereitung kann dann das Zünglein an der Waage sein, ob man nun an die Zombie Apocalypse oder eine Naturkatastrophe oder einen Blackout denkt.

Wir können auf alles vorbereitet sein, aber scheitern wir an der Vorbereitung, sind wir auf´s Scheitern vorbereitet.

Ein Jahr in der Hölle – Überleben im Bosnienkrieg

 

Vorbemerkung: Auf diesen Erfahrungsbericht sind wir in einigen Foren gestoßen. Er stammt von einem Überlebenden aus dem Bosnienkrieg und wurde von der Muttersprache des Verfassers erst ins Französische und dann ins Englische übersetzt, was die manchmal etwas holprigen Formulierungen erklärt. Da der Bericht aber sehr eindringlich die Schrecken einer solchen Situation schildert und zeigt, wie man sich vorbereiten sollte, haben wir ihn nach bestem Wissen und Gewissen ins Deutsche übersetzt. Die exakte Quelle konnten wir nicht verifizieren (vieles deutet darauf hin, dass es sich dabei um “Selco” auf http://shtfschool.com handelt).
Unsere Übersetzung basiert auf http://personalliberty.com/2013/05/06/one-year-in-hell/

Ein Jahr in der Hölle

zerstörte Stadt

Ich komme aus Bosnien. Wie ihr vielleicht wisst, war es dort zwischen 1992 und 1995 die Hölle. Ein Jahr lang lebte und überlebte ich in einer Kleinstadt mit 6000 Einwohnern, in der es kein Wasser, keine Elektrizität, kein Benzin, keine medizinische Versorgung gab. Der Zivilschutz war nicht vorhanden, die zentralen Einrichtungen und Regeln außer Kraft gesetzt.

Unsere Stadt war von der feindlichen Armee abgeschnitten worden und ein ganzes Jahr lang verwandelte sich das Leben dort in einen Alptraum. Es gab auf unserer Seite keine Armee oder Polizei, wir hatten nur einige bewaffnete Gruppen, die ihr Heim und ihre Liebsten zu schützen versuchten.

Als alles anfing, waren einige von uns besser vorbereitet als andere. Aber die meisten der Nachbarsfamilien hatten nur ausreichend Nahrungsvorräte für einige Tage. Manche hatten Revolver, einige wenige hatten Kalaschnikovs oder Schrotflinten.

Nach einem oder zwei Monaten fingen die ersten Banden ihr Unwesen an. Sie hinterließen eine Spur der Zerstörung. Krankenhäuser verwandelten sich so beispielsweise eher zu Schlachthäusern. Es gab dort kein Sicherheitspersonal und mehr als 80 Prozent der Belegschaft waren nicht mehr da. Ich hatte Glück. Meine Familie war zu der Zeit recht groß (15 Personen in einem großen Haus, sechs Revolver und drei AK-47) und wir – zumindest die meisten von uns – haben überlebt.

Die Amerikaner haben alle 10 Tage Notrationen (MRE=Meals Ready to Eat) aus der Luft abgeworfen um den eingeschlossenen Städten zu helfen.

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Doch dies war nie genug. Einige wenige in der Stadt hatten einen Garten, aus dem sie sich zusätzlich versorgen konnten. Es dauerte drei Monate bis das erste Gerücht die Runde machte, dass Menschen in der Stadt verhungerten oder erfroren. Wir entfernten alle Türen in unserem Haus, rissen Fensterrahmen, Holzböden und Möbel aus verlassenen Häusern und verbrannten all das zusammen um unser Haus zu heizen. Viele (leider auch zwei aus meiner Familie) starben damals an Krankheiten, die sich meist durch verseuchtes Wasser verbreiteten. Wir tranken hauptsächlich Regenwasser und aßen Tauben oder sogar Ratten.

Geld wurde sehr bald wertlos. Tauschhandel war wieder angesagt. Für einen Topf Tushonka (eine Art Sülze mit Putenfleisch) konnte man eine Frau bekommen. Das hört sich sehr extrem an, ist aber wahr. Die meisten Frauen, die sich derart verkauften, waren verzweifelte Mütter.

Waffen und Munition, Kerzen, Feuerzeuge, Antibiotika, Benzin, Batterien und Essen. Wir haben um diese Sachen wie die Tiere gekämpft. In solchen Situationen ändert sich alles. Menschen werden zu Monstern. Es war abscheulich.

Stärke maß sich in Zahlen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein alleinlebender Mensch ausgeraubt und getötet werden würde, auch wenn er bewaffnet war.

Heute sind meine Familie und ich gut vorbereitet. Ich bin gut bewaffnet. Ich habe jetzt Erfahrung.

Es macht keinen Unterschied, was passieren wird: Erdbeben, Tsunami, Außerirdische, Terroristen, wirtschaftlicher Zusammenbruch oder Aufstände. Was den Unterschied macht ist, dass etwas passieren wird.

Deshalb teile ich diese – meine – Erfahrung mit euch: Ihr könnt es nicht alleine schaffen. Bleibt nicht von eurer Familie getrennt, bereitet euch gemeinsam vor. Wählt verlässliche Freunde.

1. Wie man sich in einer Stadt sicher bewegt

Die Stadt war in einzelne Gemeinschaften aufgeteilt, die sich anhand der Straßen und Viertel gebildet hatten. Unsere Straße (15 bis 20 Häuser) hatte Patrouillen mit fünf bewaffneten Männern, die auf Banden und unsere Feinden achten sollten.
Jeglicher Handel fand auf der Straße statt. Ungefähr fünf Kilometer entfernt von uns gab es eine komplette Straße zum Handeln, alles sehr gut organisiert. Aber es war zu gefährlich, dort hinzugehen. Auf dem weg dorthin konnte man von Scharfschützen erwischt oder von Banden ausgeraubt werden. Ich habe mich da nur zweimal hingetraut, als ich bestimmte Medikamente brauchte, die nur schwer erhältlich waren.

Keiner benutzte mehr Autos in der Stadt. Die Straßen waren von Trümmern, Gerümpel und verlassenen Autos verstopft. Benzin war extrem teuer. Wenn man irgendwo hingehen musste, tat man das nachts. Und nie allein oder in zu großen (auffälligen) Gruppen. Immer nur 2-3 Personen, gut bewaffnet und schnell unterwegs. Immer in den Schatten bleiben, Straßen wurden nur durch Ruinen überquert, nie auf der offenen Straße.

Es gab viele Banden, die 10-15 Mann stark waren, einige umfassten gar 50 Mitglieder. Aber es gab auch viele “normale” Menschen wie Du und ich, Väter und Großväter, die raubten und töteten. Es gab keine guten und schlechten Menschen mehr. Die meisten waren irgendwo dazwischen und bereit für das Schlimmste.

2. Was war mit dem Wald? Deine Heimatstadt ist von Wäldern umsäumt, warum habt ihr Türen und Möbel verbrannt?

Es gab nicht so viele Wälder direkt in Stadtnähe. Unser Stadt war ursprünglich sehr schön: Restaurants, Kinos, Schulen und auch einen Flughafen gab es. Jeder Baum in der Stadt und im Stadtpark wurde in den ersten zwei Monaten gefällt, um ihn als Brennstoff zu nutzen.
Ohne Strom zum Kochen und Heizen mussten wir alles verbrennen, was brannte: Möbel, Türen, Fußböden. Das Holz brannte schnell. Wir hatten keine Vororte oder Bauernhöfe in den Außenbezirken. Dort befand sich der Feind. Die Stadt war von ihm umstellt. Selbst innerhalb der Stadt wußte man nie genau, wer der Feind war.

3. Welches Wissen war in dieser Phase hilfreich für dich?

Damit ihr euch die Situation etwas besser vorstellen könnt, solltet ihr wissen, dass es praktisch wie eine Rückkehr in die Steinzeit war. Ein Beispiel: Ich hatte eine Kartusche mit Campinggas. Dies nutzte ich aber nicht zum Heizen oder Kochen, wäre viel zu teuer gewesen. Ich habe mir stattdessen eine Art kleiner Düse gebastelt und damit dann Feuerzeuge durch die Kartusche aufgefüllt. Feuerzeuge waren kostbar. Wenn jemand ein leeres Feuerzeug brachte, füllte ich es auf und bekam dafür einen Topf mit Essen oder eine Kerze.

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Ich war Rettungssanitäter. Unter den damaligen Umständen war mein Wissen mein größter Schatz. Seid wissbegierig und ausgebildet. Unter diesen Bedingungen ist die Fähigkeit, Dinge zu reparieren wertvoller als Gold. Vorräte, Ausrüstung und Hilfsmittel werden zwangsläufig zur Neige gehen, aber eure Fähigkeiten werden euch immer erhalten bleiben und euch ernähren. Ich möchte sagen: Lernt, Sachen zu reparieren. Ob es Schuhe oder Menschen sind…Mein Nachbar wusste zum Beispiel, wie man Petroleum für Lampen herstellt. Er musste nie hungern.

4. Wenn Du drei Monate hättest, um dich vorzubereiten, was würdest du tun?

Drei Monate? Aus dem Land verschwinden? (nur ein Scherz)

Heute weiß ich, dass alles sehr schnell zusammenbrechen kann. Ich habe meinen Vorrat an Nahrung, Hygieneartikeln und Batterien, der mich sechs Monate über die Runden bringen kann.
Ich lebe in einer sehr sicheren Wohnung und besitze ein Haus mit einem Unterschlupf in einem Dorf 5 km entfernt. Auch dort habe ich einen Vorrat für sechs Monate deponiert. Das Dorf ist sehr klein und die meisten Leute dort sind gut vorbereitet. Sie haben die Lektionen aus dem Bosnienkrieg gelernt.

Ich besitze vier Schusswaffen mit je 2000 Schuss Munition.

Ich besitze einen Garten und habe mir das Gärtnern beigebracht. Außerdem habe ich einen guten Instinkt. Ihr wisst schon: wenn alle um mich rum mir erzählen, dass alles in Ordnung sei, aber ich dennoch weiß, dass alles zusammenbrechen wird.

Ich habe die innere Stärke, zu tun, was zu tun ist, um mich und meine Familie zu schützen. Wenn alles zusammenbricht, muss man bereit sein “schlechte” Dinge zu tun um die Kinder am Leben zu halten und die Familie zu schützen.

Alleine überleben ist praktisch unmöglich. Das denke ich zumindet. Selbst wenn man vorbereitet und bewaffnet ist: wenn man allein ist, wird man sterben. Das habe ich mehrere Male mitansehen müssen. Familien und Gruppen, gut vorbereitet und mit Wissen und Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen sind da viel besser.

5. Was sollte man bevorraten, um vorbereitet zu sein?

Das hängt davon ab, welchen Plan man im Kopf hat. Will man sich mit Diebstahl über die Runden retten, braucht man lediglich Waffen und Munition. Viel Munition!

Wenn nicht, braucht man viel Nahrung, Hygieneartikel, Batterien, Akkus und kleine Tauschartikel wie Feuerzeuge, Messer, Feuersteine oder Seife. Und Alkohol: der billigste Whiskey kann zu einem sehr guten Tauschmittel werden.

Viele Leute starben aufgrund mangelnder Hygiene. Man braucht einfache Dinge in großen Mengen. Zum Beispiel Müllsäcke, viele davon. Und Toilettenpapier oder Einweggeschirr. Man wird viel davon brauchen. Ich weiß das, weil wir all das nicht hatten.

Für mich ist der Vorrat an Hygieneartikeln vielleicht noch wichtiger als Nahrungsvorräte. Du kannst eine Taube schießen. Du kannst essbare Pflanzen finden. Aber Du kannst kein Desinfektionsmittel fangen oder schießen.

Desinfektionsmittel, Waschmittel, Bleiche, Seifen, medizinische Einweghandschuhe und -masken.

Erste Hilfe Fertigkeiten, Auswaschen von Wunden, Behandlung von Verbrennungen. Vielleicht findet man einen Arzt, aber wird nicht in der Lage sein ihn auch zu bezahlen. Man sollte wissen, wie man mit Antibiotika umgeht – es ist gut, einen Vorrat davon zu haben.

Ich mag keine Kalaschnikovs, aber jeder hier hat eine – also ich auch.

Ihr braucht kleine, unscheinbare Sachen. Zum Beispiel ist es gut einen Generator zu haben, aber 1000 BIC-Feuerzeuge sind besser. Ein Generator wird Aufmerksamkeit erzeugen, wenn es Ärger gibt, aber 1000 Einwegfeuerzeuge sind kompakt, günstig und können immer gut gehandelt werden.

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Wir haben meistens Regenwasser in vier großen Fässern gesammelt und es dann abgekocht. Es gab zwar einen kleinen Fluss in der Nähe, aber das Wasser darin wurde sehr schnell sehr schmutzig. Es ist auch wichtig, genügend Behälter für Trinkwasser zu haben: Fässer und Eimer.

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6. Waren Gold und Silber hilfreich?

Ja. Ich persönlich habe das ganze Gold, was ich im Haus fand, für Munition eingetauscht.

Manchmal gelangten wir an Geld, Dollar oder Deutsche Mark. Wir haben uns ein paar Sachen damit gekauft aber das kam selten vor und die Preise waren astronomisch hoch. Für eine Dose Bohnen mussten wir 30 bis 40 Dollar zahlen. Unsere Landeswährung war sehr schnell wertlos. Nur durch Tauschhandel gelangten wir an die Dinge, die uns beim Überleben halfen.

7. War Salz teuer?

Ja, aber Kaffee und Zigaretten waren noch teurer. Ich hatte viel Alkohol und konnte diesen problemlos tauschen. Der Alkoholverbrauch war damals 10 Mal höher als in Friedenszeiten.
Heute ist es vielleicht sinnvoller, einen Vorrat an Zigaretten, Feuerzeugen und Batterien zum Tauschen anzulegen. Weniger Platzverbrauch.

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Damals war ich noch kein “Survivalist”. Wir hatten keine Vorbereitungszeit – nur einige Tage, bevor alles den Bach runter ging. Politiker wiederholten ständig im Fernsehen die gleichen Durchhalteparolen und das alles nach Plan laufe. Es gäbe keinen Grund zur Sorge. Als uns der Himmel auf den Kopf fiel, nahmen wir was wir konnten.

8. War es schwierig, Schusswaffen zu kaufen? Was hast Du gegen Waffen und Munition eingetauscht?

Nach dem Krieg gab es Waffen in jedem Haus. Die Polizei hatte am Anfang des Krieges viele Waffen beschlagnahmt. Die meisten hatten wir aber versteckt. Jetzt habe ich eine Waffenbesitzkarte und habe ganz offiziell eine Waffe. Dem Gesetz nach nennt man das eine “temporäre Sammlung”. Bei unruhen wird die Regierung alle registrierten Waffen konfiszieren. Dessen sollte man sich immer bewusst sein.

Viele Leute haben eine offizielle, registrierte Waffe – aber auch noch illegale Waffen für den Fall, dass die registrierte beschlagnahmt wird. Wenn man geug Tauschgüter hat, kann man sich in einer Krisensituation damit eventuell eine Waffe beschaffen. Aber erinnern wir uns: die ersten Tage sind die schwierigsten und eventuell ist die Zeit dann zu knapp um eine Waffen zu finden, mit der man seine Familie beschützen kann. In Zeiten von Chaos und Panik ohne Waffe dazustehen ist jedenfalls keine gute Idee.

In meinem Fall gab es einen Mann der eine Autobatterie für sein Funkgerät suchte. Er hatte zwei Schrotflinten. Ich hatte eine Autobatterie und tauschte sie gegen die beiden Flinten. Manchmal habe ich Munition gegen Essen eingetauscht und einige Wochen später Essen gegen Munition. Den Tausch habe ich nie zuhause gemacht und nie in großen Mengen.

Nur wenige Leute wussten, was und wieviel davon ich in meinem Haus hatte.

Das Wichtigste ist, immer so viele Dinge davon im Haus zu haben, wie es der Platz und der Geldbeutel zulassen. Irgendwann werdet ihr sehen, was mehr wert ist.

Korrektur: Ich würde Waffen und Munition als das Wertvollste einschätzen. Danach eventuell Gasmasken und -filter.

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9. Was ist mit der Sicherheit?

Unsere Verteidigung war sehr primitiv. Nochmal, wir waren nicht vorbereitet und mussten das nutzen, was wir hatten. Nach den Bombardierungen waren die Fenster zertrümmert und die Dächer waren in einem furchtbaren Zustand. Wir verbarrikadierten die Fenster mit Sandsäcken oder großen Steinen.

Ich versperrte das Einfahrtstor im Zaun unseres Grundtücks mit Trümmern und Müll und benutzte fortan eine Leiter, um über die Mauer zu kommen. Wenn ich nach Hause kam, machte ich auf mich aufmerksam und dann reichte mir jemand aus der Familie von drinnen die Leiter. Wir hatten eine Typ in unserer Straße, der sich in seinem Haus komplett verbarrikadiert hatte. Er trieb ein Loch in die Wand und baute sich einen Durchgang zu den Ruinen des Nachbarhauses – eine Art geheimer Eingang.

Auch wenn es merkwürdig erscheint: die am besten geschützten Häuser waren die ersten, die geplündert und zerstört wurden. In meinem Viertel gab es wunderschöne Häuser mit Mauern, Wachhunden, Alarmanlagen und vergitterten Fenstern. Die Leute haben sie zuerst angegriffen. Einige Familien konnte in ihren Häusern durchhalten, andere nicht. Es hing alles davon ab, wieviele Schusswaffen in wievielen Händen für die Verteidigung im Haus waren.

Ich denke, dass Verteidigung sehr wichtig ist, aber unauffällig umgesetzt sein muss. Wenn man in der Stadt lebt und Unruhen losbrechen, braucht man einen einfachen, unauffälligen Ort mit vielen Waffen und Munition.

Wieviel Munition? So viel wie möglich.

Macht euer Haus so unattraktiv wie möglich.

Mittlerweile habe ich in meiner Wohnung eine Stahltür eingebaut. Die ist aber nur für die erste Welle des Chaos. Wenn diese abgeebbt ist, werde ich die Stadt verlassen und mich einer größeren Gruppe von Leuten anschließen – meinen Freunden und meiner Familie.

Wir haben so einiges währen des Krieges durchmachen müssen. Ich will hier nicht zu sehr ins Detail gehen. Ich kann aber sagen, dass wir immer überlegen Feuerkraft und eine Ziegelmauer auf unserer Seite hatten.

Wir haben auch permanent die Straßen überwacht. Eine gute Organisation ist oberstes Gebot, wenn Angriffe von Banden an der Tagesordnung sind.

Die ganze Zeit über waren in der stadt Schießereien zu hören.

Unser Grundstück wurde mit einfachsten Mitteln verteidigt. Alle Ein- und Ausgänge waren verbarrikadiert und hatten kleine Seh- und Feuerschlitze. Im Haus waren zu jeder Zeit immer mindestens 5 Familienmitglieder kampfbereit und eine weitere Person überwachte die Straße – versteckt in einem kleinen Unterstand (Bunker).   

Tagsüber verließ keiner von uns das Haus. Das stetige Feuer der Heckenschützen war zu gefährlich.

Zuerst sterben die Schwachen, dann kämpft der Rest.

Tagsüber waren die Straßen mehr oder weniger menschenleer wegen der Heckenschützen. Verteidigung war immer auf den Kampf auf Kurzdistanz ausgerichtet. Viele starben, wenn sie rausgingen. Zum Beispiel um draußen Informationen zu sammeln. Es gab kein Radio und auch kein Fernsehen mehr – nur Gerüchte und nichts anderes.

Es gab keine organisierte Armee mehr, jeder kämpfte für sich. Wir hatten keine Wahl. Jeder war bewaffnet und bereit, sich zu verteidigen.

Man sollte keine hochwertigen Sachen tragen, wenn man in der Stadt unterwegs ist. Jemand wird dich umbringen und sie dir wegnehmen. Selbst eine “hübsche” Langwaffe würde ich nicht mehr offen tragen, erregt viel zu viel Aufmerksamkeit.

Lasst mich euch eins sagen: Wenn das Chaos morgen losbricht, werde ich mich ganz klein machen. Ich werde aussehen wie jedermann: verzweifelt, ängstlich. Vielleicht werde ich sogar ein wenig weinen und schreien.

Gut aussehende Kleidung ist vollkommen ausgeschlossen. Ich werde nicht in meinem brandneuen taktischen Outfit rausgehen und rufen: “Hier bin ich. Ihr Schurken seid dem Untergang geweiht!” Nein – ich werde schön drinnen bleiben: gut bewaffnet, gut vorbereitet, werde warten und meine Möglichkeiten abschätzen – zusammen mit meinem besten Freund oder meinem Bruder.

Die beste Verteidigung und die besten Waffen können bedeutungslos werden – wenn Leute denken, dass bei dir was zu holen ist, werden sie es sich holen. Es ist nur eine Frage der Zeit und der Menge der Waffen.

10. Wie war das mit Toiletten damals?

Wir nutzten Schaufeln und einen Graben in der Nähe des Hauses. Das kommt euch unsauber vor? Das war es! Wir haben mit Regenwasser oder im Fluss gewaschen, aber am Fluss war es meistens zu gefährlich. Wir hatten kein Toilettenpapier.Hätten wir welches gehabt, hätte ich es gegen andere Dinge eingetauscht. Es war ein schmutziges Geschäft.

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Ein guter Rat: erstens braucht ihr Waffen und Munition und zweitens alles andere. Buchstäblich alles andere! Es hängt nur davon ab, wieviel Platz und Geld man hat.

Wenn man etwas vergisst, wird es immer jemanden zum Tauschen und Handeln geben. Ohne Waffen und Muniton wird man allerdings nicht zum Tauschen kommen.

Ich denke nicht, dass große Familien zu viele Münder zum Füttern sind. Große Familien bedeuten mehr Waffen und Stärke. Auf einer solchen Basis kann sich jeder auf eigene Faust vorbereiten.

11. Wie haben die Leute die Verletzten und Kranken behandelt?

Die meisten Verletzungen waren Schussverletzungen. Ohne einen Spezialisten und ohne das entsprechende Equipment hatte ein Verwundeter eine 30%ige Überlebenschance, wenn er irgendwo einen Arzt fand.

Das war kein Film. Die Leute starben! Viele Menschen starben auch an Infektionen durch oberflächliche Verletzungen. Ich hatte immer drei bis vier Antibiotika-Rationen, ausschließlich für unsere Familie natürlich.

Dummerweise starben die Leute ziemlich häufig. Ein einfacher Durchfall bringt dich in wenigen Tagen um, wenn keine Medikamente und kaum Wasser zur Verfügung stehen.

Es gab viele Hautkrankheiten und Lebensmittelvergiftungen…das war nicht außergewöhnlich.

Viele nutzten zur Behandlung reinen Alkohol und einige Pflanzen und Kräuter aus der Umgebung – kurzzeitig ausreichend aber leider nutzlos auf lange Sicht. Hygiene ist äußerst wichtig, genauso wie soviele Medikamente wie möglich zu (speziell Antiobiotika) haben.

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